Snowmaking

Textiler Schnee am Lifteinstieg

Das junge Startup-Unternehmen aus Sachsen hat zuletzt auf der Interalpin 2015 in Innsbruck mit seiner patentierten textilen Skipiste für den Lifteinstieg, die Liftspur oder für Pistenabschnitte für Aufsehen gesorgt.

von: Claudia Montana

Egal, ob Stemm- oder Parallelschwingen, Carven oder Wedeln – vor jeder Abfahrt muss der Wintersportler mit Lift oder Seilbahn zunächst auf den Berg befördert werden, wo im Idealfall eine dicke Schneedecke auf ihn wartet. Bei den Einstiegsbereichen in den Talstationen taut der Schnee in der Regel schnell(er), außerdem sind die Areale meist überdacht. Um ­einen raschen und reibungslosen Ablauf beim Lifteinstieg zu gewährleisten, braucht es innovative Produkte wie z. B. die textile Skipiste aus Hightech-Fasern vom Startup-Unternehmen Mr. Snow aus Sachsen. 

Die Liftgesellschaft Oberwiesenthal im Erzgebirge (D) nutzt seit kurzem an ihrer stark frequentierten 4er-Sesselbahn so eine textile Skipiste, die – Herstellerangaben zufolge – sowohl im Sommer als auch im Winter eingesetzt werden kann und über ideale ski- und snowboardgerechte Fahreigenschaften verfügen soll.

Es waren die passionierten Wintersportler Jens Reindl und Arndt Schumann, die dazu die Idee hatten: „Wir wollen mit unserem Ansatz den Wintersport bei allen Wetterlagen erlebbar machen – zumal im Zuge der Klimaveränderungen zuverlässige Angebote für Tourismusregionen immer wichtiger werden“, sagt Miterfinder Reindl. Er kommt ursprünglich aus dem Innovationsmanagement der Textilwirtschaft und vertreibt als Geschäftsführer von Mr. Snow den „Faserschnee“ inzwischen erfolgreich.

Es war Reindls Freund und jetziger Geschäftspartner Arndt Schumann, der, als Wissenschaftler am Institut für Fördertechnik und Kunststoffe der TU Chemnitz tätig, die Idee umsetzte: Mit seinem Team ermittelte Schumann im Rahmen eines mit Fördergeldern des deutschen Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) unterstützten Forschungsprojekts die optimale Materialkombination aus Kunststofffasern, die in Form von Geweben schneeidentische Gleit- und Fahreigenschaften aufweisen. Die Gewebe sind mit einer speziellen Berg- und Talstruktur versehen, die „das Fahren wie auf Schnee ermöglicht“, so Schumann.

Wegen des minimalen Gleitreibwiderstandes und der nachgiebigen, geschlossenen Oberfläche sei die textile Skipiste auch für Anfänger und Kinder ideal. So hat beispielsweise die DSV Skischule Upland in Hessen (D) ihr Kinderskigelände mit den 2 x 10 m großen Textilschneebahnen ausgestattet. Laut Wirtschaftsingenieur Reindl soll der „textile Schnee“ aus Hightech-Fasern einen reibungsfreien und nicht spürbaren Übergang vom echten zum faserbasierten Schnee gewährleisten. Investoren scheinen von der Zukunftsfähigkeit der textilen Skipiste über­zeugt: Im Februar 2015 konnte sich Mr. Snow eine Kapitalbeteiligung im hohen sechsstelligen Bereich sichern.

Foto­: MR. SNOW
Faserbasiert: Von den Wintersportlern nahezu unbemerkt, gleiten sie Sommer wie Winter auf mit Fördermitteln des BMWi erforschten Hightech-Fasern.
Foto­: MR. SNOW

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