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Sicher schweben

Leitner verfügt über ein ausgeklügeltes Modulsystem für die Stützen, das sich durch hohe Anpassungsfähigkeit an die jeweiligen topografischen Gegebenheiten auszeichnet.

Die Strecke von Seilschwebebahnen unterscheidet sich grundsätzlich von den Trassen aller anderen Verkehrsmittel. Sieht man vom Flugzeug und vom Schiff ab, dann werden die Fahrzeuglasten sowie die Antriebs-, Brems- und Führungskräfte bei den üblichen Landverkehrsmitteln (Schienenbahnen, KFZ-Verkehr) kontinuierlich über Räder auf feste Fahrbahnen übertragen. Bei Seilschwebebahnen werden diese Lasten und Kräfte von den Betriebsseilen gleichsam gesammelt und entlang der Seilbahntrasse „punktförmig“ über die Stützen und Stützenfundamente in den Untergrund abgeleitet.

Beim Einseil-Umlaufbahnsystem (Kabinen- und Sesselbahnen) besteht also die Aufgabe der Streckenbauwerke im sicheren Tragen und Führen des Förderseiles. Verfolgen wir den Kraftfluss an den Stützen von der Auflast des Förderseiles bis ins Fundament.

Die Rollenbatterien
Die vom Förderseil ausgeübte Stützenlast wird zufolge des Waagebalkenprinzips der Rollenbatterien gleichmäßig auf die Rollen verteilt. Bei den Rollen von Leitner bestehen der Rollenhauptkörper und der äußere Rollenbord aus einem gemeinsamen Aluminiumguss, was einen Totalverlust des Rollenbordes nahezu ausschließt. Der innere Rollenbord besteht bei den Seilrollen D420 und D460 aus Alu, bei den Seilrollen D550 aus Stahl. Für die Rolleneinlage wird ein einteiliger Gummiring aus einer speziellen Gummimischung verwendet, der die Reibungsverluste zufolge Walkarbeit möglichst verringert. Das Profil des Rollenkranzes (Rollenbordüberstand, Seilrillentiefe und -breite) ist konstruktiv genau auf die Leitner-Klemme abgestimmt – ein wesentlicher Beitrag zur Entgleisungssicherheit des Förderseiles.

Über die Rollenachsen werden die Rollenlasten auf die 2er-Wippen übertragen, die wie üblich mit einem Seilfangschuh auf der Bahnaußenseite und einem Seileinweiser auf der Bahninnenseite ausgestattet sind. Von dort geht der Kraftfluss je nach Rollenanzahl weiter auf die Tragelemente der 4er-, 6er-, 8er-, 10er- oder 12er-Rollenbatterie (Abb. 1). Bereits seit 1993 sind die Leitner-Rollenbatterien mit der heute obligatorischen Drehbegrenzung ausgestattet, die auch bei Verlust einer Rolle die Klemmenüberfahrt an der Rollenbatterie/Stütze ermöglicht.

Als Sicherheitsmaßnahmen für das Erkennen einer Förderseilentgleisung sind standardmäßig Bruchstäbe und eine Schaltwippe (Zusatzgewicht in Form eines Seileinweisers jeweils an der ersten und letzten 2er-Wippe) vorgesehen.

Zusätzlich wird ein übermäßiger Verschleiß der Rolleneinlage mittels Reißdrahtdetektoren überwacht. Diese sind bei den Tragrollenbatterien an der ersten und letzten 2er-Wippe, bei den Niederhaltebatterien an jeder 2er-Wippe angeordnet.

Wer bereits vor dem Eintritt einer möglichen Seilentgleisung Maßnahmen setzten will, um eine solche zu verhindern, installiert CPS, das Cable Position Supervision System, das Leitner aus einer in Nordamerika seit vielen Jahren praktizierten Anwendung von Näherungsschaltern zur Seillageüberwachung entwickelt hat. Das CPS besteht aus einer Auswerteeinheit in der Antriebsstation und zwei Näherungssensoren pro Rollenbatterie, je eine zwischen den Rollen der ersten und letzten 2er-Wippe, die eine Fehllage des Förderseiles erkennen (Abb. 2). Bei Verlaufen des Förderseiles aus der Seilrille wird eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit ausgelöst, bei Hinausgehen des Förderseiles über den Rollenbord oder zu große Annäherung des Seiles an den Sensor eine Stillsetzung der Bahn.

Die Stützen
Von den Rollenbatterien wird die Auflast des Förderseiles über deren Hauptachse und die für die korrekte Fluchtung erforderliche zweiachsig einstellbare Hauptachsenaufhängung auf das Stützenquerjoch übertragen. Standardmäßig sind je nach Bahnsystem Spurweiten von 3,90 m, 4,90 m,5,30 m, 6,10 m, 6,60 m und 7,30 m vorgesehen.

Vom Querjoch geht der Kraftfluss weiter in den Stützenschaft. Bei den Stützen von Leitner besteht der Schaft aus standardisierten Rundrohrelementen in Vollwandausführung (Abb. 3). Die Zusammensetzung aus Stahlrohren verschiedener Länge mit verschiedenen Durchmessern und unterschiedlichen Wandstärken ergibt eine hohe Flexibilität für die individuelle Projektierung, Konstruktion und Produktion der Stützen. Der Übergang zwischen Rohrelementen mit unterschiedlichem Durchmesser wird mit Hilfe von Konuselementen realisiert, die Verbindung erfolgt mittels Schweißverbindung.

Je nach Länge und Gewicht wird der Stützenschaft in transportfähige Schaftelemente unterteilt, die dann auf der Baustelle mittels Flanschverbindungen zur Gesamtstütze zusammengebaut werden. Je nach den Gegebenheiten von Transport und Montage. Die Standardlänge für die Schaftelemente beträgt ca. 12 m und das Standardgewicht ca. 3.000 kg; die Gegebenheiten von Transport und Montage sind natürlich zu beachten.

Sonderstützen
Mit der Standard-Rundrohrstütze können Stützenhöhen bis 30 m realisiert werden. Für größere Stützenhöhen wird unterhalb des obersten Rundrohr-Schaftelements einY-förmiges Zwischenstück eingesetzt, so dass ab hier die Stütze als zweibeinige A-Stütze weitergeführt wird. Diese Zweibeinkonstruktion lässt sich durch zwei weitere Zwischenstücke zu einer Vierbeinkonstruktion erweitern. Noch höhere Stützen werden als Fachwerkstützen ausgeführt.

Der Stützenkopf ist dabei ebenso wie das oberste Schaftelement identisch mit der Standard-Rundrohrstütze.

Fundamente
Somit sind wir mit der Übertragung der vom Förderseil herrührenden Lasten beim Fundament angelangt.(Leitner liefert für die Fundamente neben den benötigten Planungsunterlagen, von der Statik bis zu den Schalungs- und Bewehrungsplänen der Schwergewichtsfundamente alle erforderlichen Einlegeteile und Ankerschrauben für die Befestigung der Stützenschafte.

Zusammenfassung
Wie wir gesehen haben, handelt es sich beim System der Streckenbauwerke von Leitner um ein sehr variables, leistungsfähiges und wirtschaftliches Modulsystem, das alle Anforderungen an das sichere Tragen und Führen des Förderseiles von Kabinen- und Sesselbahnen erfüllt. Selbstverständlich werden auch alle Arbeitnehmerschutzbestimmungen hinsichtlich Ausstattung der Stützen mit Kranaufbauten zum Abheben des Förderseiles, Wartungspodesten, Geländern, Aufstiegsleitern etc. eingehalten.

JN

 

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