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KINDERMARKETING

Die sieben Todsünden im Kindermarketing

Warum es manchmal Sinn macht, „falsch“ zu denken und dann das Gegenteil zu tun. Reverse Brainstorming ist im Tourismusmarketing eine hervorragende Methode, um zu besseren Ergebnissen zu gelangen. Obendrein macht es richtig viel Spaß!

von: Ursula Weixlbaumer-Norz

Oft werde ich gefragt, wie man schnell gute, neue Ideen für Kinder- und Familien-Marketing entwickeln kann. Hier bieten sich natürlich zur Kreativitätsförderung agile Methoden an, zum Beispiel Design Thinking oder auch Lego Serious  Play. Sie machen Spaß und sind in der Ideenfindung zumeist sehr effektiv. Eine Methode, die mir und den TeilnehmerInnen in meinen Workshops besonders gut gefällt, nennt sich Reverse Brainstorming. Anstatt die Teilnehmenden zu bitten, fantastische kreative Ideen zu entwickeln, wird der Prozess regelrecht auf den Kopf gestellt. Es soll erläutert werden, wie man Ziele möglichst nicht erfüllt, alles einfach nur schlecht machen kann und die Kunden – also die Kinder und die Familien – vergrämt und garantiert vertreibt.

Eine typische Reverse-Brainstorming-Frage wäre: „Wie können wir unser Service so schlecht machen, dass Kinder und Familien unsere Produkte, Dienstleistungen und Erlebnisse schrecklich finden und nie wiederkommen?“

WAS BRINGT REVERSE BRAINSTORMING?

Speziell bei Workshop-Gruppen, die ihr Produkt bzw. Erlebnis bereits wirklich toll finden und neue kreative Ideen suchen, sowie bei Gruppen, die bereits ein bisschen ausgebrannt sind – also das Gefühl haben, sie hätten ihre besten Ideen schon umgesetzt – ist diese Methode eine der besten überhaupt. Sie bringt spannende, neue und weiterführende Ideen, die sonst nicht entwickelt würden.

Der Wirkmechanismus hinter der Methode: Alle negativen Ideen haben ein positives Spiegelbild. Wenn man also genau das Gegenteil macht von dem, was man als negativ empfindet, hat man mögliche Gewinner-Ideen gefunden.

Ich will es heute mit Ihnen ausprobieren, und widme mich dazu den „sieben Todsünden“ des Kinder- und Familien-Marketings. Lassen Sie uns mit dem „Horrorszenario“ für jedes Kind und jede Familie beginnen.

Erste Todsünde: Verwenden Sie Baby-Sprache.

Kinder sollte man möglichst in Kleinkindersprache ansprechen. Kinder sind ja immerhin unfertige Erwachsene und können viele Dinge nicht verstehen. Man muss alles für sie einfach machen und in ganz simplen Sätzen formulieren. Kümmern Sie sich nicht um Kinder, die schon älter sind (8 bis12 Jahre) und stellen Sie sicher, dass auch diese Kinder mit ganz einfacher Sprache angesprochen werden. Nehmen Sie die Kinder dabei keinesfalls ernst, es sind ja nur Kinder! Verwenden Sie möglichst schrille Farben mit einfachen Figuren. Für Kinder braucht man definitiv keine Marketing-Experten, Geschichtenerzähler oder zielgruppenerfahrene Grafiker. Das kann man alles selbst machen, weil ... richtig! Es sind ja eh nur Kinder.

Zweite Todsünde: Sehen Sie Mädchen und Buben als eins.

Mädchen und Buben sind gar nicht so unterschiedlich. Also negieren Sie einfach alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Spielen Sie mit den Mädchen möglichst viele Wettbewerbsspiele – immerhin müssen die ja lernen, sich zu behaupten! Mit den Buben spielen Sie am besten Kreativitäts- und Gesellschaftsspiele oder etwas mit Pferden – das werden die sicher lieben.

Dritte Todsünde: Verhindern Sie gemeinsame Familienerlebnisse.

Wenn Eltern in Urlaub fahren, haben sie doch sicher eine Auszeit von den Kindern verdient! Wäre es nicht am besten, ganztägig Kinderbetreuung anzubieten und den Eltern möglichst viel Wellness zu ermöglichen? Die Familien wollen sicher nichts gemeinsam unternehmen. Sie brauchen also gemeinsame Erlebnisse garantiert nicht anzubieten. Wer steht schon auf Rätselrallyes? Die kosten doch nur Geld!

Vierte Todsünde: Behandeln Sie Kinder nicht wie Kunden.

Kinder sind – wie wir schon festgestellt haben – ja bloß Kinder. Sie haben also gar kein eigenes Geld, das sie ausgeben können. Sie beeinflussen auch sicher nicht die Urlaubsentscheidung ihrer Eltern. Da entscheidet selbstverständlich immer noch Mama oder Papa, wo es im Urlaub hingeht. Das war immer so, das wird immer so bleiben. Auf Kinder muss man im Marketing überhaupt keine Rücksicht nehmen.

Fünfte Todsünde: Verzichten Sie jedenfalls auf Maskottchen.

Aus der vierten Todsünde folgt zwangsläufig, dass man Kinder überhaupt nicht gezielt ansprechen muss. Figuren und zielgruppengerechte Ansprache sind nicht notwendig. Das Geld für Maskottchen, gutes Storytelling und Kindererlebnisse kann man sich also sparen.

Sechste Todsünde: Füttern Sie die Kinder mit möglichst viel Zucker und Fett.

Gesundes Kinderessen? Sicher nicht! Die Kinder wollen doch nur Schnitzel und Süßigkeiten. Es ist also eine gute Idee, die Kinder bei jeder Gelegenheit mit stark Zuckerhältigem zu belohnen, die Hauptspeisen möglichst fetthaltig zu gestalten und zum Nachtisch möglichst zuckerreiche Speisen zu kredenzen. Coca-Cola ist das beste Getränk für Kinder! Auch Mütter lieben diese Vorgangsweise ganz bestimmt.

Siebente Todsünde: Überlassen Sie die Kinder sich selbst.

Kinder sind superkreativ und können sich mit allen möglichen Materialien selbst Unterhaltung schaffen. Warum also eine eigene Kinder-Unterhaltung anbieten? Am besten, man überlässt die Kinder sich selbst. Die Kinder-Animation sollte auf keinen Fall für verschiedene Altersgruppen konzipiert sein oder verschiedene Fähigkeiten fördern. Eltern wollen doch sicher nicht, dass ihre Kinder in der Urlaubsanimation etwas lernen! Dafür ist ja die Schule zuständig!

FAZIT: REVERSE BRAINSTORMING – PROBIEREN SIE ES EINFACH AUS!

Sie sehen, mit Reverse Brainstorming kommen ein paar interessante Denkweisen und Ideen zum Vorschein, wie man es sicher nicht machen sollte! Daraus ergeben sich – im positiven Spiegelbild – Vorschläge und Visionen, wie es gut klappen könnte, die jungen Gäste zu begeistern. Probieren Sie es aus! Es ist eine wirklich spannende und erfolgbringende Kreativitätsmethode, die viel Spaß macht und in Teams und Gruppen immer sehr gut ankommt.

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