Tourism

Die „Nein(d)- und Verhinderungs- gesellschaft

Immer öfter, dazu auch doktrinär und destruktiv, zeigt unser Wohlstand eine fatale Tendenz, die sich am besten mit „Nein(d)- und Verhinderungsgesellschaft“ umschreiben lässt. Es gibt sie nahezu in allen Bereichen und geht bis zur bewussten Realitätsverweigerung, vom Energiesektor – sprich der höchst erneuerbaren "Quelle Wasserkraft" – über notwendige zukunftsorientierte Infrastrukturvorhaben bis hin zum alpinen Tourismus und sogar Sport.

Wir finden dieses „Phänomen“ sehr ausgeprägt in den alpinen Räumen, vor allem durch die überbordenden bürokratischen Umwelt- und Naturschutzverfahren mit ihren „Monster-Beteiligungen“ von Sachverständigen, Experten sowie sich weit vom Schuss befindlichen Interessengrup-pierungen und NGO's.

Da wird um jedes „Bächlein“ gerungen, werden mit äußerst umfangreichen Gutachten u. a. gewisse Pflanzen wie die Deutsche Tamariske oder das Mähnen-Pippau (crepis rhetica) zu höchst selten vorkommenden Schutzobjekten hochstilisiert oder gewisse Vögel, Hühner, Käfer etc. mit Akribie zur vom Aussterben bedrohten Spezies erklärt. All dies meistens, um bestimmte energetische aber auch touristische Projekte zu verhindern oder zu Fall zu bringen.

Die örtlichen und regionalen Interessen der betroffenen Bewohner bleiben dabei eher auf der Strecke, nach dem Motto „der Strom kommt aus der Steckdose“, das Geld aus dem Bankomat.

Auf ähnlicher Ebene liegen z. B. die Nein-s zu Olympischen Winterspie-len in München, Graubünden und neuerdings in Oslo. Statt in Europa werden sie halt in Asien durchgeführt, zu verdanken der direkten Demo-kratie und Bürgerbeteiligung, die in der Regel die Nein-Sager zu den Urnen treibt, die Andersdenkenden jedoch in der „Liegestuhlposition“ verharren lässt.

Ein anderes sportliches Beispiel fehlender Verhältnismäßigkeit ist eine Bürgerinitiative mit dem Motto „Mehr Licht, mehr Lärm“ gegen eine Flutlichtanlage für einen Fußballplatz – Betrieb im Winter bis 20 h, im Sommer bis 21 Uhr 30 und dies nur an wenigen Tagen – in einer sich gern als Sportmetropole der Alpen bezeichnenden Stadt.

Oder: die strikte Ablehnung eines sogenannten Brückenschlages für ein wettbewerbsfähiges Ski- und Wandergebiet rund um die Olympiastadt Innsbruck. Dafür bräuchte es nur eine Doppel-Stütze mit acht Fundamenten auf ca. 120 m², ohne einen Baum zu fällen und ohne eine Baustraße bzw. Piste errichten zu müssen. Pech gehabt: Die Stütze läge im Ruhegebiet und Alpenvereine, der WWF, selbst ernannte Tourismusexperten etc. sowie vor allem weit entfernt Wohnende haben mit falschen Informationen und übertriebenen Argumenten gegen den Zusammenschluss von drei Skigebieten mobil gemacht.

Und die Politik: Soweit als Minderheit im Landtag nicht von vornherein dagegen, hat sie sich auf die „Jein“-Position zurückgezogen und das Projekt mit einem Prüfantrag in die Warteschleife verschoben, selbst die dominierende Regierungspartei mit ihrem grundsätzlichen Ja zum Projekt, offenbar aus Angst vor Wählerstimmen-Verlust.

„Jein“ ist bequem, man braucht im Gegenwind kein Rückgrat beweisen. und zum Schluss fragen wir noch die Bürger, die – siehe vorhin – ohnehin gegen alles sind. Damit wären wir wieder am Anfang: bei der "Nein(d)- und Verhinderungsgesellschaft", weil es an politischer Entscheidungskraft fehlt und es fast allen im Wohlstand so gut geht.

Helmut Lamprecht

 

Dr. Helmut Lamprecht, Gerichtlich beeideter Sachverständiger für Verkehrssicherungspflicht auf Skipisten, Foto: S. Gapp

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