Organisationen

Seilbahnen Schweiz – Quo vadis?

Wie sehen Dominique de Buman, Präsident SBS und Ueli Stückelberger, Direktor SBS die Zukunft der Seilbahnen Schweiz.

ISR: Welchen Herausforderungen müssen sich die Schweizer Seilbahnen in den nächsten Jahren stellen?

Dominique de Buman: Die Globalisierung hat den Tourismus und damit auch die Bereiche der touristischen Infrastruktur stark verändert. Der Tourismus ist weltweit mit jährlichen Wachstumsraten von 4 bis 5 % der am stärksten wachsende Wirtschaftssektor. Gemäß Prognosen der Weltorganisation für Tourismus wird der grenzüberschreitende Tourismus in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Seilbahnen der Schweiz sind die wichtigste touristische Leitbranche, vor allem des Wintertourismus, und erfüllen im Kontext dieser Entwicklung eine führende Rolle. Auf den politischen Ebenen von Bund und Kantonen müssen wir daher mit Nachdruck fordern, dass die Rahmenbedingungen für die Branche verbessert werden. Dies vor dem Hintergrund der Attraktivität und der großen wirtschaftlichen Bedeutung der Seilbahnbranche für den Tourismus im Allgemeinen und für die Voralpen- und Alpengebiete im Besonderen. Ich möchte nur noch einen Aspekt erwähnen: Wir müssen in Zukunft ein besonderes Augenmerk auf die Jugend richten. Mit geeigneten Aktionen und Projekten müssen wir erreichen, die Jugendlichen wieder vermehrt für den Schneesport zu begeistern.

ISR: Wie sieht die Strategie von SBS (kurz-, mittel- und langfristig) aus?

Dominique de Buman: Seilbahnen Schweiz ist bestrebt, zusammen mit den Regionalverbänden und den Verantwortlichen der einzelnen Unternehmen die rund 10.000 Arbeitsplätze zu erhalten, das Bewusstsein für die Bedeutung der Seilbahnbranche zu stärken und die Bereitstellung von Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten weiterhin zu fördern. Das SBS-Ausbildungszentrum erfüllt hier eine zentrale Rolle. Seilbahnen Schweiz und ihre Mitglieder setzen auch in Zukunft die strategischen Akzente in Richtung Sicherheit, Qualität und Komfort für die Sommer- und Wintersaison sowie die Sicherstellung der Schneegarantie für die Wintersportmöglichkeiten. Der Verband will sich zudem auch in Zukunft auf allen Stufen für die Interessen der Branche einsetzen. Wir haben beim SBS ein kompetentes Mitarbeiter-Team, das unter der neuen Direktion von Ueli Stückelberger beste Arbeit leistet.

ISR: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden im Alpenraum entwickelt und welche Pläne gibt es für die Zukunft?

Ueli Stückelberger: Im globalen Tourismusmarkt steht die Seilbahnbranche zusammen mit den Tourismusanbietern für den Alpenraum und seine Einzigartigkeit. Jegliche europapolitischen Entwicklungen sind für uns somit aktuell und direkt relevant. Die Zusammenarbeit und der Informationsaustausch, insbesondere auch was den Seilbahnsektor in seiner Vielfalt betrifft, sind von enormer Bedeutung. Viele Probleme, die sich uns in der Schweiz stellen, beschäftigen letztlich auch unsere Nachbarländer. Die allermeisten Fragestellungen, welche die Seilbahnbranche insgesamt betreffen, können wir partnerschaftlich und aus der grenzüberschreitenden Optik in jedem Falle besser beantworten. Die touristischen Bahnunternehmen als wesentlicher Teil der tragenden Infrastruktur alpiner Ferienregionen haben jedes Interesse daran, sich gemeinsam und mit Entschlossenheit für ihre ureigenen Anliegen einzusetzen. Ein Zeichen der hervorragenden Zusammenarbeit ist ja die alle fünf Jahre stattfindende D-A-CH-Seilbahntagung der Seilbahnverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wer weiß, vielleicht müssen wir das Intervall dieser Tagung verkürzen.

ISR: Ein wesentlicher Teil der touristischen Zukunft spielt sich somit im Alpenraum ab?

Ueli Stückelberger: Der Tourismus in den Alpenregionen hat aufgrund der Einmaligkeit ein bedeutendes Wachstumspotential. Bei den Seilbahnunternehmen waren seit jeher Innovation und Unternehmertum der Schlüssel für starke Regionen und einen wettbewerbsfähigen Tourismus. Das Engagement der Seilbahnunternehmen, getragen durch vorwiegend private Trägerschaften, verdient somit eine möglichst große unternehmerische Handlungsfreiheit und eine gezielte Unterstützung durch die öffentliche Hand, besonders wenn es um Innovation geht.

ISR: Welche Synergien ergeben sich aus Ihrer Funktion als Direktor von SBS und Verband öffentlicher Verkehr (VöV)?

Ueli Stückelberger: Tourismus, öffentlicher Verkehr und die touristischen Verkehrsträger, bei denen die Seilbahnen eine führende Rolle einnehmen, sind in der Schweiz seit jeher eng miteinander verbunden. Öffentlicher und touristischer Verkehr stehen wie in allen übrigen Alpenländern in einer direkten Abhängigkeit. Eine bewährte Symbiose! Dass ich diese beiden Verbände als Direktor führen kann, hat weitreichende Vorteile. Bei der Interessenwahrung kann ich gezielt die Aspekte beider Verbände einbringen, woraus natürlich Einfluss und Stärke genau so doppelte Wirkung haben. Beide Verbände können nur profitieren. Übrigens, zuhanden der Leserschaft der ISR folgende Feststellung: Die Schweiz erfüllt einen wichtigen Auftrag als Transitland für den europäischen Nord-Süd-Verkehr. Sie ist sich ihrer Verantwortung gegenüber Nachbarstaaten bewusst und hat seit jeher viel in den Ausbau ihres Schienen- und Straßennetzes investiert. Davon profitieren alle Länder im Alpenraum und damit auch die Seilbahnbranche.

JS

 

links: Dominique de Buman, Präsident Seilbahnen Schweiz (SBS); Foto: SBS. rechts: Ueli Stückelberger, Direktor Seilbahnen Schweiz; Foto: SBS

Foto: Pixabay

Der Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich lädt am 14. Dezember 2022 erstmals österreichweit zu einem kostenlosen Schulskitag.…

Weiterlesen
Foto: Berchtesgader Bergbahn – Jennerbahn

Mit einer Pressekonferenz in München startete der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) am 22. November 2022 offiziell in die…

Weiterlesen
Foto: Kässbohrer

Der Aufsichtsrat der Kässbohrer Geländefahrzeug AG hat zwei neue Vorstandsmitglieder bestellt. Dr. Christian Oberwinkler verantwortet ab 1. März 2023…

Weiterlesen
Foto: Steiermark Tourismus / Jesse Streibl

Zuversicht demonstrierten die steirischen Seilbahnen auf der Pressekonferenz zum Auftakt der Wintersaison 2022/23 am 10. November 2022. Die Sehnsucht…

Weiterlesen
Foto: Garaventa

Mit der Eröffnung der neuen Standseilbahn „Rumeli Hisarüstü–Aşiyan Füniküler“ ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der Stadt Istanbul…

Weiterlesen
Foto: Bernard India

Ein Joint-Venture des Bregenzer Planungsbüros Salzmann Ingenieure mit der Bernard Gruppe aus Hall in Tirol wurde mit der Planung von elf…

Weiterlesen
Foto: Netzwerk Winter / Foto Neumayr

Gleich mehrere Branchen-Veranstaltungen gab es am 10. und 11. November 2022 im Tauernspa in der Tourismusregion Zell am See – Kaprun. Am Rande der…

Weiterlesen
Foto: KTOR, Klima- und Energiefonds Österreich

Der gemeinnützige Verein Smart Community forciert im Projekt „Smart Ski Resort“ den Einsatz erneuerbarer Energien in Skigebieten. Am 25. November 2022…

Weiterlesen
Foto: Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau/Grießenböck

Im Jahr 2012 wurden die beiden Skigebiete im Alpbachtal und in der Wildschönau durch eine moderne Kabinenbahn verbunden. Mit dem Ski Juwel Alpbachtal…

Weiterlesen
Foto: Pitztaler Gletscherbahn Gmbh & Co KG

Knapp 8.000 Skibegeisterte haben am Wochenende um den 29. Oktober 2022 beim „Pitztal Glacier Open“ die Skisaison am Pitztaler Gletscher eingeläutet.

Weiterlesen
Foto: Doppelmayr Seilbahnen GmbH

Nach zwei herausfordernden Jahren zieht die Doppelmayr Holding SE eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2021/22. Der Umsatz stieg im Vergleich…

Weiterlesen
Foto: Doppelmayr

Die Peak Tram ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen von Hongkong und befördert pro Jahr mehr als 6 Mio. Fahrgäste. Um Kapazitäts-Engpässe…

Weiterlesen
Foto: Hans-Peter Steiner

Der Rittisberg im obersteirischen Urlaubsort Ramsau ist einer der größten Erlebnisberge im österreichischen Bundesland Steiermark. Mit der offiziellen…

Weiterlesen
Foto: Sörenberg - Yorik Leusink

Ab der Saison 2022/23 bestimmt bei den Bergbahnen Sörenberg in der Zentralschweiz Dynamic Pricing den Preis von Skitickets. Eingerichtet wurde das…

Weiterlesen
Foto: Pitztaler Gletscher

Günther Gold aus Ötztal-Bahnhof in Tirol hat am 22. Oktober 2022 bei einem gelungenen Weltrekord-Versuch auf 3.440 m Seehöhe am Pitztaler Gletscher…

Weiterlesen