Tourismus

Projekte richtig kommunizieren

Wer heute noch größere Erschließungsprojekte plant, hat es meist nicht mehr leicht. Selbst in touristischen Hochburgen ist die uneingeschränkte Zustimmung zu Seilbahnprojekten keine Selbstverständlichkeit mehr.

Etwas weiter weg vom Geschehen werden Erschließungsprojekte fast durchwegs skeptisch gesehen. Die selben Leute, die am Wochenende moderne Anlagen und bestens beschneite Pisten als Selbstverständlichkeit erwarten, sprechen sich mit Nachdruck gegen die „Übererschließung“ der Alpen aus. Dazu kommen noch die alpinen Vereine, Umweltanwälte, grünbewegte Politiker aller Farben und immer öfter auch lokale Initiativen. Projekte scheitern nicht nur an den strengen Gesetzen, sondern zunehmend an mangelnder Akzeptanz. Zeitgemäße Projektkommunikation kann dazu beitragen, Projekte auch wirklich umsetzen zu können.

Projekterfolgsanalyse oft unverzichtbar

Wer auch nur das Gefühl hat, ein Projekt könnte kritisch werden, sollte noch vor der detaillierten Planung eine Projekterfolgsanalyse machen. Mit einem überschaubaren Aufwand kann herausgefunden werden, ob und von welcher Seite mit Widerstand zu rechnen ist, wer unbedingt in die Information einzubinden ist und welche Reihenfolge dabei am besten gewählt werden soll. Die Projekterfolgsanalyse baut auf Erfahrungen mit erfolgreichen und mit gescheiterten Projekten auf und wurde unter Einbeziehung von Fachexperten entwickelt. Die Ergebnisse geben sehr verlässlich Aufschluss darüber, was auf einen Projektwerber zukommen wird. Im Idealfall schlagen sich ernst zu nehmende Bedenken bereits in der Planung nieder und es kommt erst gar nicht zum Widerstand.

Projektkommunikation nach System

Zu Beginn ist herauszuarbeiten, wer die betroffenen Bezugsgruppen sind. Dabei ist sorgfältig vorzugehen und niemand darf vergessen werden. Die Vorgangsweise in der Kommunikation ist dann die entscheidende Herausforderung. Nicht zu früh, aber auf keinen Fall zu spät muss kommuniziert werden und das in der richtigen Reihenfolge. Grundeigentümer lesen ungern aus der Zeitung, was auf ihrer Alm oder ihrer Wiese geplant ist. Eigentlich ist das jedem klar, aber in der Hitze des Gefechts geht schon einmal etwas daneben. Projektinformationen gelangen allzu früh an die Medien oder in den Gemeinderat und schon ist es passiert: Die Diskussion entsteht, bevor der Projektwerber in der Lage ist, das Konzept selbst zu erklären. Er gerät in die Defensive und das ist nie von Vorteil. Rechtzeitige Planung und vorausschauende Vorgangsweise hilft einen solchen missglückten Projektstart zu vermeiden. Die Projektkommunikation sollte also gleichwertig mit den technischen Planungen gesehen werden und parallel dazu erfolgen.

Gute Kommunikation zahlt sich aus

Unabhängig davon, wie die Stimmung zu Projekten ist, angepasste Kommunikation dazu macht sich immer bezahlt. Im regionalen und überregionalen Umfeld werden Unternehmen geschätzt, die offen und offensiv über ihre Vorhaben informieren. Politischer Rückhalt ist eher zu erwarten, wenn rechtzeitig der Kontakt zu den Entscheidungsträgern gesucht wird. Eine negative Grundstimmung entsteht bei Geheimniskrämerei eher als bei Offenheit. Medien brauchen Information und müssen damit laufend versorgt werden. Und nicht zu vergessen, die Stammkunden freuen sich auf neue Pisten und Anlagen. Womit sich auch die Frage stellt, wo Projekte kommuniziert werden sollen. Natürlich dort, wo sie die Bezugsgruppen erreichen, und das beginnt beim persönlichen Gespräch, geht über die Medien bis hin zur Information auf der Homepage und auf Facebook. Vergessen sie dabei auch nicht auf die zeitgemäße Darstellung in Form von Visualisierungen und Videos. Eine professionelle Gesamtplanung bringt das alles unter einen Hut.

Eugen Stark

Dr. Eugen Stark, Leiter Projektkommunikation P8 Hofherr, Innsbruck, Salzburg, Wien. Foto: beigestellt

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