Sicherheit

„Nicht ohne Helm auf die Piste! Mit Eigenverantwortung, aber ohne Gesetz!“

Seit ein deutscher, im öffentlichen Interesse stehender Ministerpräsident eine verhängnisvolle Kollision mit einer dabei tödlich verunglückten Skifahrerin hatte, reißen die Rufe nach einem „Helmpflicht-Gesetz“ für Pistenbenützer nicht ab.

Zahlreiche Politikerdrängenmit dem Slogan„es muß ein Gesetzher“ in diemedialen Schlagzeilen,ohne dabeidie Sinnhaftigkeitund die Konsequenzenihrer Regelungswutzu bedenken. Es braucht nämlichkeine, noch dazu jeweils länderspezifischeGesetze, sondern nur den Gebrauch der Vernunftund der Eigenverantwortung nach demMotto „Wer Hirn hat, schützt es!“

Der Sinn eines Schutzhelmes – für alle, Kinderwie Erwachsene – muß dabei nicht diskutiertwerden; er verhindert zwar nicht Skiunfälle,aber mildert erheblich deren Verletzungsfolgenfür den Kopf. Beine, Arme,Schulter etc. lassen sich in der Regel „reparieren“,das Hirn jedenfalls nicht. Helm also ja,gesetzliche Pflicht nein!Bei der (ver)öffentlich(t)en Diskussion überraschtallerdings, wie schnell – vermutlich beeinflusstdurch die Medienkampagne im„Kleinformat“ – die Bevölkerung auf den Rufnach einem Gesetz aufspringt, ohne sich dessenAuswirkungen bewußt zu sein.

Dies gibtzu denken. Einerseits, wo hört die „Pflicht“auf? Was ist mit Rückenprotektoren, KnieundBeinschützer etc.? Werden dann auchdiese wegen der schweren Verletzungen vorgeschrieben?Andererseits beklagen sich diegleichen Personen dann sicherlich über dieSanktionen, wenn sie „ohne“ erwischt werden.

Schließlich ist ein Gesetz ohne Sanktionenvon Haus aus wirkungslos! Wollen wirwirklich eine Pistenpolizei?Nicht von ungefähr sprechen sich die berufenenOrganisationen wie ÖSV, Bergrettung,Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit,Skilehrerverband etc. gegen derartigegesetzliche Vorschriften aus und fordernstatt dessen mehr Problem- und Risikobewußtseinvon den Pistenbenützern ein.

Auchder bekannte Tiroler Altbischof Dr. ReinholdStecher hatte schon vor Jahren bei derÖsterreichischen Seilbahntagung in Innsbruckeindringlich betont, dass die „Freiheitder Berge“ auch an einem großen Maß anSelbst(Eigen-)verantwortung hängt und diesden Menschen nicht nur näher gebracht,sondern abverlangt werden muß! Dies gehtsicher nicht durch Gesetze und noch mehrVorschriften.Gemeinsame Aktionen aller Beteiligten zurStärkung der Eigenverantwortung auf denSkipisten sind jedenfalls zielführender alseinen herrlichen und normalerweise gesundenSport durch gesetzliche Schnellschüssebzw. durch eine weitere Anlass-Gesetzgebungregeln zu wollen.

Man könnte z. B. relativeinfach den freiwilligen Körperschutz beimSport auch dadurch fördern, indem nichtausreichend geschützten Unfallopfern dieKranken- und Zusatzversicherung um spürbareProzent-Staffeln gekürzt wird.Genau dies ist auch der Standpunkt der Seilbahnwirtschaft– denn, wo es ein Gesetz gibt,muss dieses auch überwacht werden. Eine damitverbundene Kontroll-Pflicht kann keinesfallsden Mitarbeitern der Seilbahnunternehmenübertragen werden. Vielmehr wirdman sich gegen eine solche „Mittäter-Rolle“zu wehren haben! Für eine Image-Kampagnestehen jedoch alle Türen offen.Man braucht also keine neuen Gesetze, keineKontrollorgane bei den Seilbahnen, keinePistensheriffs, keine Vernaderer und keineAngezeigten, keine Anzeigenadministration,keine Strafen ... nur bloße Vernunft!

Helmut Lamprecht


Foto: Seilbahnen Schweiz

Der gute Start in die Sommersaison hat sich für die Schweizer Seilbahnen im Juli 2022 fortgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2021 hat die…

Weiterlesen
Foto: Pilatus-Bahnen AG

Die Schweizer Pilatus-Bahnen AG bietet Gästen nun ganzjährig „Astronomie-Abende“. Im Paket enthalten sind unter anderem Erklärungen durch einen…

Weiterlesen
Foto: Axess

Der Hersteller von digitalen Zutrittslösungen – unter anderem für Skigebiete – vergrößert die Produktionsflächen am Standort Innsbruck um 1.800 m².

Weiterlesen
Foto: Garaventa

Mit einem Informationstag in der Garaventa-Niederlassung im Schweizer Goldau sind Ende Juli 2022 acht neue Lehrlinge ins Berufsleben gestartet.

Weiterlesen
Foto: Dieter Krestel

Wie berichtet, möchte der bisherige Kässbohrer-Vorstandssprecher Jens Rottmair seinen am 30. April 2023 auslaufenden Vertrag nicht mehr verlängern.…

Weiterlesen
Foto: KitzSki/Laiminger

Im Rahmen eines Bergfestes wurde das „Sommererlebnis Resterkogel“ im Tiroler Skigroßraum Kitzbühel-Kirchberg am 24. Juli 2022 eröffnet. Neu ist vor…

Weiterlesen
Foto: Skistar

Am 24. Juni 2022 wurden im Freizeit- und Skigebiet Hammarbybacken Skistar inmitten der schwedischen Hauptstadt Stockholm, neue Gäste-Attraktionen…

Weiterlesen
Foto: Pixabay

Die österreichische Tourismus- und Freizeitbranche freut sich über gute Zahlen im ersten Sommerdrittel 2022. Der Gästezuwachs ist vor allem…

Weiterlesen
Foto: Salzburg AG / Kolarik Andreas

Die Standseilbahn auf die Festung Hohensalzburg feiert in diesem Jahr ihr 130-jähriges Jubiläum. Seit 18. Juli 2022 ziert deshalb ein großflächiges…

Weiterlesen
Foto: Leitner

In Montenegro haben in den vergangenen Tagen die Arbeiten an einer der ersten Meer-Berg-Kabinenbahnen an der Adria begonnen, die Leitner gemeinsam mit…

Weiterlesen
Foto: Mountain Management Consulting

Laut der von Mountain Management Consulting von Juni bis Oktober 2021 durchgeführten Untersuchung „Best Summer Resorts of the Alps“ ist die…

Weiterlesen
Foto: Pixabay

Der angestrebte Zusammenschluss zwischen den Tiroler Gletscherskigebieten Pitztal und Ötztal hat einen deutlichen Dämpfer erlitten. Bei einer am…

Weiterlesen
Foto: Marian Galajda/TMR

Die neue 15er-Kabinenbahn im slowakischen Skigebiet Jasná, die den Einstiegsort Biela púť mit Priehyba mitten im Skigebiet verbinden wird, ist der…

Weiterlesen
Foto: FV Seilbahnen/WKÖ

Anfang Juli 2022 fand in der Region Schladming-Dachstein die diesjährige Tagung der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen satt. Dabei diskutieren…

Weiterlesen
Foto: Seilbahnen Schweiz

Laut der Branchenvereinigung Seilbahnen Schweiz sind die Schweizer Bergbahnunternehmen „sehr gut“ in die Sommersaison 2022 gestartet. Im Mai und Juni…

Weiterlesen