Die österreichischen Seilbahnen starteten im Vorjahr am 29. Mai in die Sommersaison. 87 % waren mit dem Saisonverlauf im Großen und Ganzen zufrieden.
Foto: Bergbahnen Lofer
Wirtschaft Tourismus Sommer am Berg

FACHVERBAND DER ÖSTERREICHISCHEN SEILBAHNEN

Bergsommer in Österreich: „Mit Abstand die Natur genießen“

Sehr gut besucht war die gestrige Salzburger Pressekonferenz des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei ging es primär um den Start der österreichischen Seilbahnen in die diesjährige Sommersaison. Aber auch das tragische Seilbahnunglück zwischen Stresa und dem Monte Mottarone am Lago Maggiore war ein Thema. (Einen technisch fundierten Bericht über diesen äußerst traurigen Vorfall wird es in der ISR 3/21 geben.)

Im Mai fängt für zahlreiche österreichische Seilbahnen die Sommersaison an. „Nach einem Ausnahmewinter haben sich unsere Betriebe perfekt auf die kommenden Monate vorbereitet und spielen damit erneut eine zentrale Rolle für das heimische Tourismus- und Freizeitleben“, so Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der WKÖ. Im Zentrum steht dabei das Angebot der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. „Die inzwischen 73 Mitgliedsbetriebe inszenieren heuer 87 Themenberge und verleihen dem klassischen Bergerlebnis damit einen modernen und vielseitigen Twist“, so Kornel Grundner, Sprecher der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen.

Vergangener Winter war „wirtschaftlicher Alptraum“

„Unsere Unternehmen blicken auf einen enorm herausfordernden Winter zurück, in dem sie mit ihrem Angebot zwar eine wichtige Bewegungs- und Erholungsmöglichkeit für viele Menschen bieten konnten, dafür aber wirtschaftlich an die Grenzen der Belastungsfähigkeit gestoßen sind. Umso wichtiger ist daher jetzt die kommende Sommersaison als wichtige und positive Perspektive“, betonte Hörl. Der Fachverbandsobmann verweist dabei auf das vergangene Jahr, das den heimischen Bergbahnen, trotz schwieriger Situation, einen zufriedenstellenden Sommer bescherte. Obwohl es massive Reiseeinschränkungen und deutlich reduzierte Betriebstage (-12 %) gab, pendelten sich die Rückgänge bei Ersteintritten, Beförderungen und Kassenumsätzen letztlich bei minus 20 % gegenüber dem Vorjahr ein. „Das ist zweifelsohne schmerzlich, angesichts der Rahmenbedingungen jedoch ein respektables Ergebnis. Vor allem die steigende Entwicklung im Verlauf des Sommers hat gezeigt, dass das Angebot stimmt“, so Hörl. Denn während der Juni durch den späten Saisonstart bei vielen Bergbahnen schleppend war, konnte Juli bis September bei einigen wieder das Vorjahresniveau erreicht bzw. sogar leicht übertroffen werden.

„Wir gehen auch 2021 davon aus, dass sich der Bergurlaub unverändert großer Beliebtheit erfreut und unsere Anlagen ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt für vielseitige Bergerlebnisse sein werden“, so Hörl, der betont, dass es auch in der kommenden Saison das Ziel sei, die neu gewonnenen Gästeschichten anzusprechen. „Viele Menschen nutzten im vergangenen Sommer die eingeschränkte Reisefreiheit, um die Schönheit vor Ort kennenzulernen. Die meisten Gäste kamen aus Österreich und setzten vermehrt auf Tagesausflüge und Individualreisen. Der Anteil an jungen Menschen, Familien und Erstkunden war besonders hoch. Diesen konnten wir mit den Angeboten der Bergbahnen einzigartige alpine Erlebnisse bieten. Das reichte von einer zuverlässigen Bergfahrt und vielfältigen Angebotsgestaltung bis hin zu einer korrekten Umsetzung der situationsbedingten Sicherheitsmaßnahmen“, erklärte Hörl.

Publikumsmagnet Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen

Im Mittelpunkt stehen auch in diesem Jahr die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. Auf Initiative des Fachverbandes der österreichischen Seilbahnen in der WKÖ vereint das Gütesiegel nunmehr seit 20 Jahren die Experten und Vorreiter des heimischen Sommertourismus am Berg. „Nur Betriebe, die mindestens 160 Qualitätskriterien erfüllen, werden Mitglied der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. Spezialisiert in fünf Themenwelten – Abenteuer, Familie, Panorama & Naturerlebnis, Genuss, Kunst & Kultur – müssen die Mitglieder alle drei Jahre eine Rezertifizierung bestehen“, informiert Kornel Grundner, Sprecher der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen.

„Mit Abstand die Natur genießen“

Eine Blitzumfrage unter den Mitgliedern belegt die aktuell besonders große Bedeutung der Erholung und Abwechslung in den Bergen. „Frei nach dem Motto ‚mit Abstand die Natur genießen‘ werden derzeit besonders gerne themenbezogene Wandererlebnisse wie z. B. Kulinarikwanderungen und Angebote wie Sonnenaufgangsfahrten oder Yoga am Berg in Anspruch genommen“, weiß Grundner. Das Aufatmen am Berg wird diesen Sommer durch flexible Online-Buchungsmöglichkeiten, „Early-Bird“-Angebote (= die Seilbahnen starten zu einer früheren Tageszeit ihren Betrieb) und verlängerte Betriebszeiten unterstützt. Daneben zählen actionreiche Bikeparks und Touren mit dem E-Mountainbike zu Dauerbrennern auf Österreichs Bergen.

Foto: C. Mantona
Fachverbandsobmann Franz Hörl: „Als Folge der Covid-19-Pandemie und der damit einhergehenden Reisebeschränkungen blieben die internationalen Gäste aus. Unter Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheits- und Hygienekonzepte konnten die österreichischen Seilbahnen den einheimischen Gästen sehr gute Bewegungs- und Erholungsmöglichkeiten bieten. Das Wetter war sehr oft schön, die Pisten vergleichsweise leer und in bestem Zustand, das freute viele Einheimische. Aber wirtschaftlich war es für die österreichischen Bergbahnen ein hoher Verlust.“
Foto: C. Mantona
Foto: C. Mantona
Kornel Grundner, Geschäftsführer der Leoganger Bergbahnen und Sprecher der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“: „Einige österreichische Seilbahnunternehmen haben bereits ihren Sommerbetrieb gestartet und sind, trotz des durchwachsenen Wetters, mit dem Besucheraufkommen wirklich zufrieden.“
Foto: C. Mantona

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