Tourismus

„Aufreger“ Pistenkilometer

Vor etwa 20 Jahren hat Ekkehart Ulmrich vom Deutschen Skiverband die Diskrepanz zwischen beworbenen und tatsächlichen Pistenkilometern an Hand zahlreicher Beispiele in einer Seilbahn-Fachzeitschrift aufgezeigt und dies als „Falschmünzerei“ bezeichnet.

Geändert hat sich seither offenbar wenig. Denn unlängst kritisierte ein deutscher Kartograph in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ die Berechnungsart bei den Pistenkilometern: einerseits an Hand der direkten Fall-Linie, andererseits nach den Carving-Spuren von Pistenrand zu Pistenrand, womit Anspruch und Wirklichkeit erheblich auseinanderklaffen. Er zitierte penibel etliche Skigebiete in Österreich, Frankreich und in der Schweiz, die sich mehr Pistenkilometer als „Feder auf den Werbe-Hut“ stecken, als sie bei einer direkten Messung tatsächlich hätten.

Reflexartig reagierten auf die Sonntags-Meldung diverse regionale und nationale Medien, spezielle politische Kreise bis hin zu Tourismusvertretern. Pauschal wurde die Seilbahnbranche angeschwärzt, die Unglaubwürdigkeit und der „enorme Imageschaden“ durch die falsche Kilometerzahl beschworen, weil sich die Kundschaft im Preisvergleich nur nach den möglich abzufahrenden Pistenkilometern richten würde.

Die Pistenkilometer eines Skigebietes stellen im Vergleich sicherlich ein nicht zu vernachlässigendes Kriterium dar, doch an der Spitze der Entscheidungsskala stehen nachgewiesener Maßen die Schneesicherheit und die perfekt präparierten Pisten.

Nichts ist so alt, wie die Zeitungsmeldung von gestern, der Sturm im Blätterwald legte sich wieder. Doch nur zur Tagesordnung überzugehen wäre sicherlich nicht der richtige Weg. Vielmehr bietet sich nun die Chance, endgültig und alpenweit in der Seilbahn- und Tourismusbranche zu einem gemeinsamen vergleichbaren Nenner zu kommen.

Die Pistenfläche allein kann es nicht sein, sie ist höchstens ein Zusatzkriterium. Die wenigstens Kunden können sich darunter etwas vorstellen. Darüber hinaus hängt es in der Realität oft von der sehr schwankenden vorhandenen natürlichen Schneedecke und deren Präparierungsmöglichkeit ab, ob die Fläche erweitert werden kann oder eingeschränkt bleiben muss. Daher: Der einzige Maßstab für die Berechnung werden die Kilometer in der direkten Fall-Linie sein!

Die meisten Skigebiete praktizieren dies ohnehin schon. Die deutschsprachigen Seilbahnverbände wollen es zum Thema machen, zumindest haben sie es auf ihre Agenda geschrieben. Von den anderen Verbänden stehen diesbezügliche Meldungen noch aus.

Insofern ergäbe sich hier ein lohnendes Betätigungsfeld für den internationalen Seilbahnverband FIANET. Dann könnte die eingangs erwähnte Falschmünzerei beseitigt und objektive Vergleichsdaten für die sensible Kundschaft bis hin zu den Werbeträgern und Medien geschaffen werden!

Helmut Lamprecht

 

Dr. Helmut Lamprecht, gerichtlich beeideter Sachverständiger für Verkehrssicherungspflicht auf Skipisten. Foto: S. Gapp

Foto: Helmut Lunghammer

Das steirische Pistengütesiegel gilt als „Oscar“ der Seilbahnbetriebe im österreichischen Bundesland Steiermark. Am 29. November 2022 wurde es in Graz…

Weiterlesen
Foto: Pixabay

Der Fachverband der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich lädt am 14. Dezember 2022 erstmals österreichweit zu einem kostenlosen Schulskitag.…

Weiterlesen
Foto: Berchtesgader Bergbahn – Jennerbahn

Mit einer Pressekonferenz in München startete der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) am 22. November 2022 offiziell in die…

Weiterlesen
Foto: Kässbohrer

Der Aufsichtsrat der Kässbohrer Geländefahrzeug AG hat zwei neue Vorstandsmitglieder bestellt. Dr. Christian Oberwinkler verantwortet ab 1. März 2023…

Weiterlesen
Foto: Steiermark Tourismus / Jesse Streibl

Zuversicht demonstrierten die steirischen Seilbahnen auf der Pressekonferenz zum Auftakt der Wintersaison 2022/23 am 10. November 2022. Die Sehnsucht…

Weiterlesen
Foto: Garaventa

Mit der Eröffnung der neuen Standseilbahn „Rumeli Hisarüstü–Aşiyan Füniküler“ ist eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der Stadt Istanbul…

Weiterlesen
Foto: Bernard India

Ein Joint-Venture des Bregenzer Planungsbüros Salzmann Ingenieure mit der Bernard Gruppe aus Hall in Tirol wurde mit der Planung von elf…

Weiterlesen
Foto: Netzwerk Winter / Foto Neumayr

Gleich mehrere Branchen-Veranstaltungen gab es am 10. und 11. November 2022 im Tauernspa in der Tourismusregion Zell am See – Kaprun. Am Rande der…

Weiterlesen
Foto: KTOR, Klima- und Energiefonds Österreich

Der gemeinnützige Verein Smart Community forciert im Projekt „Smart Ski Resort“ den Einsatz erneuerbarer Energien in Skigebieten. Am 25. November 2022…

Weiterlesen
Foto: Ski Juwel Alpbachtal Wildschönau/Grießenböck

Im Jahr 2012 wurden die beiden Skigebiete im Alpbachtal und in der Wildschönau durch eine moderne Kabinenbahn verbunden. Mit dem Ski Juwel Alpbachtal…

Weiterlesen
Foto: Pitztaler Gletscherbahn Gmbh & Co KG

Knapp 8.000 Skibegeisterte haben am Wochenende um den 29. Oktober 2022 beim „Pitztal Glacier Open“ die Skisaison am Pitztaler Gletscher eingeläutet.

Weiterlesen
Foto: Doppelmayr Seilbahnen GmbH

Nach zwei herausfordernden Jahren zieht die Doppelmayr Holding SE eine positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2021/22. Der Umsatz stieg im Vergleich…

Weiterlesen
Foto: Doppelmayr

Die Peak Tram ist eine der beliebtesten Touristenattraktionen von Hongkong und befördert pro Jahr mehr als 6 Mio. Fahrgäste. Um Kapazitäts-Engpässe…

Weiterlesen
Foto: Hans-Peter Steiner

Der Rittisberg im obersteirischen Urlaubsort Ramsau ist einer der größten Erlebnisberge im österreichischen Bundesland Steiermark. Mit der offiziellen…

Weiterlesen
Foto: Sörenberg - Yorik Leusink

Ab der Saison 2022/23 bestimmt bei den Bergbahnen Sörenberg in der Zentralschweiz Dynamic Pricing den Preis von Skitickets. Eingerichtet wurde das…

Weiterlesen