Kabinen

Jede Pendelbahnkabine ist ein Unikat

Mehr als 500 Pendelbahnkabinen verließen bisher das Werk des Schweizer Kabinenproduzenten aus Olten seit seiner Gründung vor 76 Jahren. Edle Designs, eine ausgeklügelte Technik und innovative Modelle sorgten immer wieder für Aufsehen.

Das gilt auch für die doppelstöckige Pendelbahnkabine KRONOS (230 + 1 Pers. (!), die kürzlich nach Vietnam ausgeliefert wurde.

Sei es die Pendelbahnkabine NOVA für Crap Sogn Gion in Laax, die bereits 1968 125 Passagiere und einen Wagenbegleiter beförderte, sowie die Pendelbahnkabine DELTA für Yuzawa in Japan, die 1991 aufgrund ihrer Jumbogröße (165 + 1 Pers.) für die Verschiffung im CWA-Werk zweitgeteilt konstruiert und vor Ort von CWA-Mitarbeitern wieder zusammengebaut wurde, oder das jüngste Beispiel für Superlativen: die doppeltstöckige Pendelbahnkabine KRONOS für eine neue touristische Garaventa-Anlage in Halong Bay, Vietnam. Dazu CWA-Verkaufs- und Marketingleiter Rico Wehrli: „Mit ihrem Fassungsvermögen von 230 Passagieren und einem Wagenbegleiter ist sie derzeit die größte Seilbahnkabine der Welt. Mit Projekten wie diesen können wir unser langjähriges und spezifisches Know-how auf diesem Gebiet unter Beweis stellen. Mit unserem Designer im eigenen Haus, unseren 125 kompetenten Mitarbeitern, der hohen Fertigungstiefe und unserem anspruchsvollem Finish, liefern wir individuelle Designprodukte in der gewohnten Schweizer Top-Qualität.“ Schon Anfang der 1960er-Jahre hat CWA erkannt, wie wichtig das Gehänge für das Gesamterscheinungsbild einer Pendelbahnkabine ist, und ihr beliebtes Alu-Kastengehänge entwickelt. „Damals waren die Gehänge in der Regel aus Stahl. Unsere Entwicklung war wesentlich leichter, aber trotzdem stabil und langlebig. Auch das Design konnte sich sehen lassen“, so Wehrli.

Individualität und Komfort

Abgesehen vom Design der Außenhaut der Pendelbahnkabinen, wird die Gestaltung des Fahrgastraumes immer wichtiger: Panoramaverglasung, komfortable Sitzmöglichkeiten, Sitzheizung, individuelle Beleuchtungskonzepte, Multimedia-Anlagen u. v. m. sind mittlerweile gefragte Ausstattungskomponenten. Die Seilbahnunternehmen sehen ihre Pendelbahnkabine als „das“ Aushängeschild, deshalb ist hier Individualität Trumpf. Dafür gibt es viele Beispiele, wie etwa die NEW ROTAIR-Kabinen (75 + 1 Pers.) an der Titlisbahn in Engelberg. Sie ersetzen seit 2014 die bestehenden drehbaren Kabinen, doch dieses Mal dreht sich während der Fahrt nicht nur die Bodenplattform um 360 Grad, sondern die ganze Kabine. Auch die Pendelbahnkabinen (55 + 1 Pers.) der neuen Pilatusbahn „Dragon Ride“ (2014) sind durch ihren cockpitähnlichen Aufbau, die Panoramaverglasung und ihre Panorama-Sitzplätze im vorderen und hinteren Bereich so gestaltet, dass die Passagiere während der Fahrt das Gefühl haben, auf den Berg zu „fliegen“. Eine elegante Erscheinung sind die TARIS-Kabinen für die neue 3S-Penkenbahn der Mayrhofner Bergbahnen im Tiroler Zillertal, die auf die kommende Wintersaison realisiert wird.

Volle Auftragsbücher

Mit der Auftragslage in diesem Jahr ist Wehrli sichtlich zufrieden, wobei bis zu 90 % bereits exportiert wird. Auch der seit einigen Jahren schwächelnde USA-Markt hat erfreulicherweise wieder angezogen. „Anfang 2016 dürfen wir bereits die dritte Generation an Pendelbahnkabinen für die Sandia Peak Tramway nach Albuquerque im US-Bundesstatt New Mexico ausliefern“, erklärt Wehrli. Ebenfalls gefragt sind in letzter Zeit 1:1-Kabinenrevisionen, d. h., die Pendelbahnkabine ist vollkommen generalüberholt, aber hat sich grundsätzlich im Erscheinungsbild nicht verändert.
CM

Bei den neuen ROTAIR-Kabinen auf den Titlis (2014) in Engelberg (CH) dreht sich jetzt die gesamte Kabine um 360 Grad, beim CWA-Vorgängermodell drehte sich die Bodenplattform. Foto: CWA

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