Die Talstation der neuen Steinbergbahn in Leogang ist eine architektonische Augenweide.
Bahnen

Saalbach-Hinterglemm-Leogang rüstet auf!

Mit der neuen 10er-Kabinenbahn „Steinbergbahn“ in Leogang und der neuen 8er-Sesselbahn „Polten“ in Saalbach ist der Skizirkus Saalbach-Hinterglemm-Leogang für die laufende Wintersaison 2014/15 bestens aufgestellt. Als Generalplaner fungierte das Ingenieurbüro Melzer & Hopfner.

von: Claudia Mantona

Das Sprichwort: "Gut Ding braucht Weile“ kann bei der neuen Steinbergbahn im Salzburger Leogang mit Fug und Recht angewendet werden. Ein Planungsvorlauf von nahezu sieben Jahren war notwendig, um dieses äußerst anspruchsvolle Projekt verwirklichen zu können. Knackpunkte waren einerseits die sehr komplexe Grundeigentümersituation (mehr als 70 Weideberechtigte) und andererseits die komplexen Behördenverfahren.

Die Steinbergbahn

Bereits im Jahre 2007 wurden die ersten Überlegungen angestellt, wie die Zubringersituation vom Ortsbereich Leogang in das Skigebiet um den beliebten Hausberg Asitz verbessert werden kann. Es wurde eine umfassende Variantenstudie erarbeitet, die eine Vielzahl von Interessen und Ideen zu berücksichtigen hatte. Für diese anspruchsvolle Aufgabe engagierten die Leoganger Bergbahnen ihren langjährigen Planungspartner Melzer & Hopfner. Der Pistenbau und die technische Beschneiung wurden vom Büro Loidl Alois ausgeführt. Nachdem die Stationsstandpunkte festgelegt waren, erfolgte für die Talstation die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbs, den das Leoganger Büro W2 Manufaktur GmbH für sich entscheiden konnte. Die neue Talstation befindet sich im Ortsgebiet von Leogang, unmittelbar neben dem Hotel „Der Krallerhof“ bzw. direkt an der Landesstraße. Sie besticht durch ihre zeitgemäße Funktionalität. Das Stationskonzept ist klar und übersichtlich angelegt. Das Raumkonzept beinhaltet neben dem beeindruckenden Seilbahntrakt auch ein großzügig angelegtes Sportgeschäft mit Skiverleih und –service. Die Mittelstation ist auf dem sogenannten „Kniestichkogel“ angesiedelt und wurde, wie auch die Bergstation, vom ­Ingenieurbüro Melzer & Hopfner geplant. Beide Stationen sind aus ihrer technischen Funktion gewachsen und tragen die deutliche Handschrift ihrer Planer.

Das technische Konzept stellt höchsten Standard dar. Besonders hervorzuheben ist der gemeinsame Antrieb beider Sektionen in der Mittelstation. Dieser „Mittelantrieb“ treibt über eine Antriebs­einheit zwei übereinanderliegende Seilscheiben an, d. h. zwei getrennte Seilschleifen werden von nur ­einem Antrieb versorgt. Die hydraulischen Spanneinrichtungen sind in der jeweiligen Gegenstation untergebracht. Der Bahnhof befindet sich in der Talstation. Am 5. Dezember 2014 wurde nach einer Bauzeit von sieben Monaten die neue Steinbergbahn mit zwei Teilstrecken offiziell eingeweiht. Die neue 10er-Kabinenbahn führt weitgehend parallel zur bestehenden Asitzbahn als zweiter „direkter Draht“ auf den Asitzgipfel. Die neue Aufstiegshilfe befördert 2.500 Personen pro Stunde mitten in das Skigebiet und entlastet damit das bisherige „Nadelöhr“ an der Asitzbahn-Talstation deutlich. Die Betriebsleitung ist mit der Steinbergbahn sehr zufrieden. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 18 Mio. Euro.

Die Poltenbahn

In Saalbach-Hinterglemm ersetzt ab diesem Winter die neue 8er-Sesselbahn Polten mit Sitzheizung und blauen Wetterschutzhauben den bisherigen 4er-Sessellift und sorgt damit für einen komfortablen Rücktransport der Saalbacher in den Leoganger Skiraum. Mit der neuen Aufstiegsanlage konnte einer der letzten Bereiche im Skizirkus Saalbach-Hinterglemm-Leogang, der nicht mit kuppelbaren Anlagen ausgestattet war, modernisiert werden. Aufgrund eines Speicherteichs samt dazugehöriger Pistenverlegung konnte der bisherige Standort der Sesselbahn nicht beibehalten werden. Eine Neupositionierung der Rückbringeranlage war erforderlich. Diese Aufgabe wurde wiederum an den langjährigen Planungspartner Melzer & Hopfner aus Bregenz übergeben, der gemeinsam mit den Verantwortlichen der Saalbacher Bergbahnen ein schlankes und zweckmäßiges Konzept entwarf. Konzeptionell spielt diese Anlage alle Stückerln: Blaue Wetterschutzhauben, Förderband, Sitzheizung und verriegelbare (mittige) Überkopfbügel sorgen für einen sehr ­hohen technischen Komfort. In der Bergstation ist der Drehstromantrieb platziert, in der Talstation befinden sich die hydraulische Spanneinrichtung und der Sesselbahnhof. Die Förderleistung beträgt 3.600 P/h bei 5,0 m/s Fahrgeschwindigkeit. Nach einer Bauzeit von sechs Monaten wurde die neue Poltenbahn am 19. Dezember 2014 offiziell eröffnet. Die Baukosten belaufen sich auf 7 Mio. Euro. 

Elegant und zeitlos – die Talstation der neuen 8er-Sesselbahn Polten mit Sitzheizung und blauen Wetterschutzhauben.
Besonders gelungen ist auch der neu gestaltete Bergstationsbereich. Hier wurde ein Teil des alten Stationsgebäudes in das neue Konzept integriert, was sich deutlich in den Baukosten niederschlug.
Die 10er-Kabinenbahn befördert pro Stunde 2.500 Personen von Leogang auf den Asitz-Gipfel.

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